Angiographie

Unter dem Begriff der Angiographie werden verschiedene Diagnoseverfahren zur Untersuchung der Gefäße zusammengefasst. Mithilfe angiographischer Untersuchungen kann unter anderem eine periphere arterielle Verschlusskrankheit der Extremitäten, im Volksmund auch „Schaufensterkrankheit“ genannt, diagnostiziert werden. Mithilfe teils strahlungsfreier oder röntgenologischer Untersuchungsmethoden werden die Gefäße bildlich dargestellt.

Periphere arterielle Verschlusskrankheit

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit der Extremitäten ist die häufigste sichtbare Form der Arteriosklerose. Typische Symptome:

  • Schmerzen in Armen und/oder Beinen, die oft zu Unterbrechungen von Bewegungen und Tätigkeiten zwingen
  • Muskelschwäche bei Belastung
  • Kälte und Blässe an der betroffenen Extremität
  • Im fortgeschrittenen Stadium Ruheschmerz, schlecht abheilende Wunden und Nekrosen (absterbendes Gewebe) durch mangelnde Sauerstoffversorgung

Die wichtigsten Risikofaktoren für eine Arteriosklerose sind Bluthochdruck, Nikotin, Diabetes mellitus und ein erhöhter Cholesterinspiegel.

In den meisten Fällen wird die Verschlusskrankheit zunächst durch eine einfache körperliche Untersuchung mit Abtasten der Pulse und vor allem durch die Bestimmung des sogenannten Knöchel-Arm-Index diagnostiziert.

Zur genaueren Abklärung der Diagnose sind weitere Untersuchungsmethoden notwendig. Ergibt sich der Verdacht auf das Vorliegen einer arteriellen Verschlusskrankheit, kann in den meisten Fällen durch nicht-invasive Untersuchungsverfahren eine exakte Diagnose erstellt werden.

Folgende Verfahren zur Gefäßuntersuchung (Angiographie) bietet das MVZ Prof. Dr. Uhlenbrock und Partner an:

In einigen Fällen wird auch die invasive Katheter-Angiographie eingesetzt.

Alle Gefäßeingriffe werden von einem eingespielten Team aus Ärzten und medizinisch-technischen Radiologie-Assistentinnen unter Leitung eines spezialisierten Radiologen mit langjähriger Erfahrung durchgeführt.

periphere arterielle Verschlusskrankheit
periphere arterielle Verschlusskrankheit
Angiographische Darstellung eines Arms. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit ist die häufigste sichtbare Form der Arteriosklerose.

Doppler- und Duplex-Sonographie

Die Doppler- und Duplexsonographie sind zwei sich ergänzende spezielle Ultraschallverfahren, die völlig schmerz- und risikofrei sind. Sie können ohne großen Aufwand durchgeführt werden und ermöglichen einen diagnostisch sicheren und wertvollen Einblick in die Durchblutung der Arterien.

Dopplersonographie
Bei der reinen Dopplersonographie wird der Blutfluss innerhalb der Blutgefäße beurteilt. Dabei können Stenosen ab ca. 40–50 % erkannt und deren Ausmaß genau bestimmt werden.

Duplexsonographie
Mit der Duplexsonographie beurteilt man den Verlauf der Blutgefäße, das Gefäßkaliber und die Beschaffenheit der Gefäßinnenschicht. Es ist möglich, die Wanddicke und auch arteriosklerotische Ablagerungen auszumessen, um eine direkte Vergleichsmöglichkeit für weitere Verlaufskontrollen zu haben.

Die Doppler- und Duplex-Sonographie führen wir an den Standorten DO-Hörde und DO-Innenstadt durch.

CT-Angiographie

Die computertomographische Angiographie (CTA) ist ein röntgenologisches Verfahren zur Darstellung von Blutgefäßen mithilfe der Computertomographie. Die zu untersuchenden Gefäßregionen werden während schneller intravenöser Injektion eines jodhaltigen Kontrastmittels gescannt. Dabei ergibt sich eine Darstellung des Gefäßbaums in Schichten, aus denen mithilfe eines Computers eine 3D-Darstellung gewonnen werden kann.

Die Strahlenbelastung ist bei der CTA relativ hoch. Deshalb wird dieses Verfahren in erster Linie erst als zusätzliche Untersuchung nach bereits erfolgten strahlungsarmen oder strahlungsfreien Untersuchungsmethoden eingesetzt.

MR-Angiographie

Die Magnetresonanz-Angiographie (MRA) ist eine moderne Untersuchungsmethode, die detailgenaue Aufnahmen des Blutgefäßsystems ermöglicht. Zur Untersuchung wird der Patient in einer von einem sehr starken Magnetfeld umgebenen Röhre gelagert, die bei Geräten der neueren Generation einen Durchmesser von bis zu 70 cm bietet.

Die im menschlichen Körper am häufigsten vorkommenden Atomkerne des Wasserstoffs (Protonen) werden dabei in gleicher Richtung ausgerichtet und können dann über spezielle Radiowellen gezielt angeregt werden.

Während der Aufnahme wird über eine Armvene ein Kontrastmittel injiziert. Die vom Körper zurückgesendeten Signale werden von einem leistungsstarken Computersystem zu Übersichtsaufnahmen des Blutgefäßsystems umgewandelt.

Durch diese Untersuchungstechnik kann in den meisten Fällen auf eine invasive Katheterangiographie verzichtet werden, die deutlich belastender wäre.

Vorbereitung und Durchführung der MR-Angiographie

Metallhaltige Gegenstände müssen abgelegt werden.
Da Sie sich während der Untersuchung in einem starken Magnetfeld befinden, müssen Sie metallische Gegenstände wie Schlüssel, Münzgeld, Feuerzeug, Uhr, Brille, Schmuck, Gürtel oder magnetempfindliche Dinge wie Kredit- und Scheckkarten oder auch ein Hörgerät unbedingt ablegen. Andernfalls könnte es zu starken Verbrennungen kommen.

Bewegungen sollten Sie vermeiden.
Während der Messzeit im MR-Gerät, die von einem technisch nicht vermeidbaren Schaltgeräusch (Klopfen) begleitet ist, sollten Sie ruhig und entspannt liegen. Jede Bewegung kann Störungen im Bild verursachen und so die Untersuchungszeit verlängern.

Durchschnittlich dauert die Aufnahmezeit ca. 20 Minuten. Aufgrund der nachfolgenden aufwendigen Bildverarbeitung dauert es nach der Untersuchung nochmals ca. 20 Minuten, bis die Aufnahmen endgültig zur Befundung vorliegen.

Risiken und Nebenwirkungen der MRA

Die Untersuchung ist nicht geeignet für Träger von Herzschrittmachern oder Innenohr-Implantaten. Bei Metallfremdkörpern wie z. B. einem Gelenkersatz, Metallsplittern, Gefäßstützen (Stents), Klipps nach Operationen und auch während der Schwangerschaft muss in Einzelfällen entschieden werden, ob eine MRA möglich bzw. sinnvoll ist.

Bei schweren Nierenfunktionsstörungen kann die Untersuchung mit Kontrastmittel nicht durchgeführt werden. Zum Teil ist aber eine Gefäßdarstellung ohne Kontrastmittel möglich.

CO₂-Angiographie

Am Standort DO-Hörde bieten wir seit zwei Jahren auch die moderne CO₂-Angiographie an. Bei dieser Methode wird anstelle eines jodhaltigen Kontrastmittels gasförmiges Kohlendioxid über einen Katheter in die Gefäße injiziert. Die CO₂-Angiographie ist daher eine gute Alternative für Patienten, bei denen die Verwendung eines jodhaltigen Kontrastmittels nicht oder nur mit erhöhtem Risiko möglich wäre. Das betrifft in erster Linie Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, aber auch Patienten mit Schilddrüsenüberfunktion oder Kontrastmittelallergie.

Der Ablauf der CO₂-Angiographie ist ansonsten identisch zur Angiographie mit jodhaltigem Kontrastmittel. Die Beine werden hochgelagert, damit das Gas leichter in die Beine aufsteigen kann. In den Pausen zwischen den Aufnahmeserien wird das im Blut gelöste Kohlendioxid abgeatmet.

Die CO₂-Angiographie führt in aller Regel zu keinen Komplikationen und kann für die Becken- und Beinangiographie ambulant durchgeführt werden.

Katheter-Angiographie

Die Katheterangiographie ist eine Röntgenuntersuchung zur Darstellung von Blutgefäßen in sämtlichen Körperregionen. Hierzu wird über einen Katheter ein Kontrastmittel direkt in das betreffende Gefäß gespritzt. Anschließend wird die Verteilung mit Röntgenstrahlen sichtbar gemacht und in kleinen Filmsequenzen aufgezeichnet.

Im Vergleich zu den schonenderen nicht-invasiven Verfahren stellt die Katheterangiographie die einzige Methode dar, bei der zusätzlich zur Untersuchung auch gleich eine Behandlung möglich ist –z. B. die Aufweitung eines Gefäßes. Insbesondere bei schwer kranken Patienten, die nicht operationsfähig sind, stellt dieses Verfahren oft die einzig mögliche Behandlungsalternative dar.

Durchführung der Katheterangiographie

In einem ausführlichen Vorgespräch werden Durchführung, Risiken und therapeutische Alternativen eingehend erörtert. Der Eingriff selbst erfolgt nach Lokalanästhesie über eine Gefäßpunktion in der Leiste oder Armbeuge und ist nahezu schmerzfrei.

Eine zur Gefäßdarstellung optimierte und strahlensparende digitale Durchleuchtungseinheit erlaubt eine exakte Darstellung und Analyse der Gefäßsituation und ist Voraussetzung für die sichere Durchführung.

Die Eingriffsdauer liegt in der Regel bei ca. 45 Minuten. Nach dem Eingriff schließt sich, je nach Art und Umfang der Intervention, eine Nachbeobachtung für 6–24 Stunden an. Zur Sicherheit der Patienten wird am Folgetag eine Ultraschalluntersuchung zur Kontrolle des Therapieerfolgs und zum frühzeitigen Ausschluss etwaiger Komplikationen durchgeführt.

Risiken und Nebenwirkungen der Katheter-Angiographie

Die Untersuchung ist nicht geeignet für Patienten, die unter einer höhergradigen Einschränkung der Nierenfunktion, einer Jod- oder Kontrastmittelallergie oder an Blutgerinnungsstörungen leiden. Diese Risiken werden im ärztlichen Vorgespräch erfragt, sodass gegebenenfalls andere Diagnoseverfahren gewählt werden.

Die Katheterangiographie kommt auch bei anderen Verschlusserkrankungen der Arterien zum Einsatz, etwa bei einer Stenose der Halsschlagader oder Stenose der Nierenarterien.

Angiographie: das Wichtigste auf einen Blick

  • Angiografie wird zur Untersuchung der Gefäße eingesetzt
  • Einsatzgebiete: Verschlusserkrankungen der Gefäße (Arteriosklerose)
  • Verfahren: Doppler- und Duplex-Sonographie, CT-Angiographie, MR-Angiographie, Katheter-Angiographie
  • Untersuchungsdauer: ca. 20–45 Minuten
  • Risiken und Nebenwirkungen: nicht für Patienten mit Blutgerinnungsstörungen oder Nierenfunktionsstörungen geeignet
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