German Medical Award 2023

Atemgating

Die atemgesteuerte Strahlentherapie (auch Atemgating) wird hauptsächlich bei der Behandlung von Brustkrebs oder Lungenkrebs eingesetzt. Mit modernsten Geräten werden dabei die Atembewegungen des Patienten berücksichtigt. Das Atemgating ermöglicht eine besonders exakte Bestrahlung in der Brustregion, ohne gesunde Organe – wie Herz oder Lunge – einer Strahlenbelastung auszusetzen. In unseren strahlentherapeutischen Praxen bieten wir diese Leistung mit High-End-Geräten und einer umfassenden persönlichen Beratung.

Automatischer Ausgleich von Atembewegungen

Bei der Bestrahlung der Brustregion oder des Oberbauchs – etwa bei Brust- oder Lungenkrebs aber auch bei Leber- oder Magentumoren gilt es, Folgendes zu beachten: Die Organe im Brust- und Oberbauchbereich verschieben sich bei jedem Atemzug ein wenig. Also bewegt sich auch ein Tumor minimal und gesundes Gewebe kann in den vorgesehenen Bestrahlungsbereich gelangen. Bei einigen Patienten überschneiden sich zudem Brustgewebe und Herz, so dass auch hier das eigentlich gesunde Organ mit im Bestrahlungsfeld liegen würde.

Punktgenaue Bestrahlung – Schonung gesunder Organe

Dies kann vermieden werden. Denn das Herz sinkt bei jedem Atemzug im Brustraum ab. Diese Bewegung plant das sogenannte Atemgating mit ein. Unter kurzem Anhalten des Atems erfolgt eine nur wenige Sekunden dauernde, punktgenaue Bestrahlung. Ein Computer berechnet, wann genau der beste Moment zur Bestrahlung eintritt. Sobald es wieder zu einer Verschiebung oder Überlappung kommt, stoppt die Bestrahlung automatisch. Gleiches gilt bei der Bestrahlung eines Lungentumors. Bewegt sich dieser durch das Atmen, wird mit Hilfe des Atemgating dafür gesorgt, dass gesunde Teile der Lunge nicht bestrahlt werden.

Durch die hohe Präzision ist die Belastung für die gesunden Organe minimal. Zugleich werden solide Tumore erfolgreich und effektiv behandelt.

Vorbereitung und Durchführung

Zunächst vermisst der Arzt mittels Computertomographie die exakte Lage der Organe und die genauen Atembewegungen. Dabei werden nicht nur dreidimensionale Bilder des Körpers erstellt, sondern mit Hilfe modernster 4D-Computertomographie auch Bilder des individuell gemessenen Atemverlaufs in allen Phasen dargestellt. Das heißt auch, dass der Patient das richtige Atmen im CT „lernt“. Aufgrund dieser 4-dimensionalen Planung ist es möglich, die Bestrahlung nur in bestimmten Atemphasen durchzuführen.

Während der Bestrahlung werden die Bewegungen des Patienten in Echtzeit mit einer speziellen und hochmodernen Scan- Technik millimetergenau überwacht. Sollte der Patient die vorgesehene Position minimal verlassen, wird die Bestrahlung automatisch abgebrochen. Durch farbiges Licht, das auf den Körper des Patienten projiziert wird, erkennt der Arzt, wo der Patient falsch positioniert ist. Die Behandlung wird erst fortgesetzt, wenn der Patient wieder in korrekter Position liegt. Die üblichen Markierungen auf der Haut des Patienten sind nicht mehr notwendig.

Risiken und Nebenwirkungen

Durch eine optimale Schonung der umgebenden Organe können Nebenwirkungen reduziert und die Tumorbehandlung exakt durchgeführt werden. Dennoch können, abhängig von der zu behandelnden Körperregion, leichte Nebenwirkungen auftreten, die je nach Tumorgebiet ganz unterschiedlich ausfallen.

Ihr behandelnder Arzt klärt Sie über alle individuell möglichen Risiken und Nebenwirkungen ausgiebig auf und steht Ihnen auch während der Therapie immer für Fragen zur Verfügung.


Atemgating: das Wichtigste im Überblick

  • Einsatzgebiete: Krebserkrankungen von Brust, Lunge und Oberbauch
  • Hohe Präzision: Minimale Belastung für gesunde Organe, Vermeidung von Nebenwirkungen

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